Besuch des Films „Amrum”
Gemeinsam mit Frau Sabathil und Frau Zellner machten sich die Klassen 10a und 10b am Vormittag des 18. Dezember auf den Weg zum Filmtheater Zwiesel.
Nach ihrer Ankunft hatten die Schülerinnen und Schüler zunächst Zeit sich mit Getränken und Snacks zu versorgen. Daraufhin nahmen sie ihre Sitzplätze ein und die Vorstellung begann.
Der 2025 erschienene Film Amrum spielt im Jahr 1945, kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Hauptfigur ist der zwölfjährige Nanning. Er ist mit seiner Familie von Hamburg auf die Insel Amrum gezogen, da Hamburg stark bombardiert wurde. Hier lebt er mit seiner Mutter Hille, die schwanger ist, seiner Tante Ena und seinen zwei kleinen Geschwistern. Sein Vater ist noch im Krieg und ist sehr bedeutend unter den Nationalsozialisten.
Obwohl Nannings Familie ursprünglich von Amrum stammt, fühlt er sich dort nicht richtig zuhause. Er versteht zwar die friesische Sprache einigermaßen, spricht sie aber nicht gut. Deshalb wird er von den anderen Kindern oft ausgeschlossen.
Um seine Familie zu unterstützen, arbeitet Nanning auf dem Kartoffelacker der Bäuerin Tessa Bendixen. Zu Beginn des Films kommen mit einer Kutsche Flüchtlinge auf die Insel. Die Einheimischen lassen sie bleiben, auch wenn die Situation für alle schwierig ist.
Auch in der Schule hat Nanning Probleme. In einer Szene stehen die einheimischen Jungen den Flüchtlingskindern gegenüber. Nanning stellt sich zu den Einheimischen, wird jedoch von Richard, einem Amrumer, zu den Flüchtlingen gestoßen, da er in Hamburg geboren wurde. Dort wird er ebenfalls nicht angenommen, da er sie zuvor auch verspottet hat.
Vereinzelte Menschen auf Amrum stehen dem Krieg kritisch gegenüber, Nannings Mutter Hille glaubt jedoch fest an die Ideologie. Als Nanning einmal sagt, dass der Krieg bald zu Ende sein könnte, wird sie misstrauisch. Als sie erfährt, dass er diese Information von Tessa hat, zeigt sie diese wegen Wehrkraftzersetzung an. Dadurch verliert Nanning seine Arbeit auf dem Kartoffelacker. Auch in der Familie kommt es zu Spannungen, da Tante Ena immer öfter Kritik am Natzionalsozialismus und Hitler äußert.
Kurz darauf hört Nannings Mutter im Radio, dass Hitler tot ist. Diese Nachricht trifft sie sehr hart. Sie bekommt Wehen und bringt ein Baby zur Welt. Danach ist sie sehr unglücklich und verweigert das Essen. Eines Abends äußert sie den Wunsch nach Weißbrot mit Butter und Honig. Nanning möchte ihr diesen erfüllen, obwohl es kaum noch Lebensmittel gibt.
Da Nanning an einem Tag nicht in der Schule war, um den Wunsch seiner Mutter nachzugehen, befiehlt ihm seine Tante Ena, dass er wenigstens etwas Nützliches tun soll. Sie schickt ihn los, um ein Kaninchen zu jagen und Fleisch mit nach Hause zu bringen. Nanning weiß zunächst nicht, wie das geht, und bekommt deshalb Hilfe von seinem Freund Hermann. Dieser zeigt ihm, wie man ein Kaninchen jagt und tötet, was für ihn sehr schwer ist. Als Hermanns Großvater Nanning beibrachte, wie man ein solches Tier ausnimmt, erfährt er, dass dieser heimlich ausländische Radiosender hört, was damals verboten war. Er verrät ihn jedoch nicht.
Um Zucker zu bekommen, macht sich Nanning mit seinem Fahrrad auf den Weg zu seinem Onkel Onno auf die Insel Föhr. Um dorthin zu gelangen, muss er durch das Watt fahren. Der Hinweg klappt noch gut, da gerade Ebbe ist. Bei Onkel Onno angekommen, muss Nanning zuerst einen nationalsozialistischen Spruch aufsagen, den er in der Schule gelernt hat. Erst danach bekommt er Zucker.
Als Nanning sich auf den Rückweg macht, ist die Flut bereits da. Das Wasser steigt schnell an, sodass er mit dem Fahrrad nicht mehr weiterfahren kann. Schließlich muss er dieses zurücklassen und durch das Wasser schwimmen, um nicht zu ertrinken. Beim nächsten Besuch stellt Nanning schrecklicherweise fest, dass sich Onkel Onno das Leben genommen hat.
Trotzdem nimmt er Butter mit, um seiner Mutter zu helfen. Auf dem Rückweg trifft er auf Oskar und das Flüchtlingsmädchen, mit denen er sich früher gestritten hat. Zuerst will der Junge ihm die Butter wegnehmen. Als dieser jedoch dabei Nanning ins Meer folgt, ohne schwimmen zu können, rettet Nanning ihm das Leben.
Ein weiteres Erlebnis hat Nanning mit Fischer Sam. Dieser erzählt ihm, dass Onkel Theos jüdische Verlobte von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Nannings Eltern hätten ihnen helfen können, haben es aber nicht getan. Zunächst will Nanning das nicht glauben. Am Tag der deutschen Kapitulation schafft es Nanning schließlich Weißbrot, Butter und Honig zu besorgen. Seine Mutter reagiert kaum darauf und beschimpft ihn. Als sein kleiner Bruder das Brot isst, schlägt Nanning ihn im Streit.
Nach dem Krieg hat die Familie große Probleme. Die Mutter wird beim Stehlen von Wurst erwischt. Der Vater, der sich noch in Kriegsgefangenschaft befindet, lässt der Familie ausrichten, dass sie nach Hamburg zurückkehren sollen. Schließlich verlässt die Familie Amrum. Nanning verabschiedet sich von Hermann, bekommt als Dank von dem Flüchtlingsmädchen noch eine Kette geschenkt und denkt anders über den Nationalsozialismus als zuvor.
Der Film basiert auf einer wahren Geschichte. Er beruht auf den Kindheitserinnerungen des deutschen Filmemachers Hark Bohm. Dieser wuchs selbst als Kind auf der Nordseeinsel Amrum auf und erlebte dort im Jahr 1945 gegen Ende des Zweiten Weltkriegs die Ereignisse, welche im Film gezeigt werden.