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⭐⭐⭐⭐⭐-Studienfahrt der Klassen 10 b und 10 c nach Straßburg

| Michael Stumpf | Französisch
Gruppenbild im Europaparlament

Zugegeben, die Überschrift klingt sehr danach, als hätten sich unsere Abschlussschüler einen Luxustrip nach Frankreich gegönnt. Dass ist hiermit allerdings nicht gemeint.

Die ⭐⭐⭐⭐⭐ stehen für fünf Zauberhaftigkeiten bzw. Highlights, die wir während der Abschlussfahrt nach Straßburg erleben durften.

1. Stadt mit deutsch-französischem Flair

Was ist typisch deutsch? Was ist typisch französisch? Klischees zu beiden Nationen sind uns allen gut bekannt. Auch wir sind ihnen während einer sehr lebendigen Stadtführung in Straßburg begegnet. Schließlich waren wir im Elsass, einer Region, die abwechselnd mal zu Deutschland und mal zu Frankreich gehörte. Mehrfach ließ unser Guide anklingen, warum Franzosen besonders sind.

So war er beispielsweise der Meinung, dass man das bereits am Frühstück erkennen kann. „Franzosen sind die einzigen, die immer süß frühstücken.“ erklärte er mit einem Lächeln und führte sehr detailliert aus, wie man ein Croissant in seinen Milchkaffee tunkt und diesen anschließend mit vielen Krümeln darin genießt. Außerdem seien Franzosen sehr selbstbewusst. Das macht sich unter Anderem bemerkbar, wenn sie über einen Zebrastreifen gehen, denn dort gilt in Frankreich das Recht des Stärkeren. 😉

Zur Beruhigung der deutschen Seele sei gesagt: In Frankreich ist Straßburg für etwas typisch deutsches bekannt, nämlich für seinen Weihnachtsmarkt. So einen gibt es in anderen Teilen des Landes nicht.

Untermalt mit vielen heiteren und interessanten Geschichten lernten wir auf unserer Tour ganz nebenbei viele der wunderschönen Ecken kennen, welche die Altstadt von Straßburg definitiv zu bieten hat.

2. Französische Köstlichkeiten

Natürlich können wir nicht nach Frankreich fahren, ohne nachher auch über das Essen zu reden. Schließlich ist es das Land der Genießer. Zugegebenermaßen liefen aber dennoch gefühlt jeden Abend die Gespräche unserer Schüler in etwa so ab: „Wir könnten da vorne in das Restaurant an der Straße gehen.“ „Oder vielleicht kauf ma uns im Supermarkt was und kochen aufm Hotelzimmer.“ „Und wenn ma einfach zu McDonald‘s gehen?“ „Ja! OK. Geh ma zum Mäkkie!“ Wie gesagt „gefühlt“, denn in Wirklichkeit wurde schon einige Male auf den Zimmern gekocht und natürlich haben wir auch landestypisch gegessen. Gleich am ersten Abend gab es für alle das, woran jeder denkt, wenn er Elsass hört – Flammkuchen in sämtlichen Variationen. Die waren vielleicht lecker.

Am nächsten Tag, bei unserer Tour durch die Stadt, besuchten wir auch einen Markt. Unser Guide ließ sich dabei so manche Weisheit in Bezug auf französischen Käse entlocken. Hier ein O-Ton als Kostprobe: „Deutscher Käse ist ein Objekt. Französischer Käse ist lebendig. Darauf findet man so viele Tierchen, dass er Füße bekommt und weglaufen kann.“ Auch wissen wir jetzt, dass sich Münsterkäse hervorragend als Grund für die Evakuierung einer ganzen Schule eignet. Ich sage nur: Käse auf warme Lampe legen und dann den Geruch wirken lassen.

Sehr kulinarisch verlief auch der letzte Tag unserer Reise. Es ging ins Schokoladen-Museum und dort gab es gratis Kostproben und niemand hatte uns gesagt, dass man die nur vor Ort zu sich nehmen darf. An dieser Stelle gilt unser Dank vor allem dir, Tim. Du hast uns in beeindruckender Weise gezeigt, wozu die tiefen Taschen deiner Shorts eigentlich gemacht sind. Was da rein ging war echt der Hammer.

3. Imposante Bauwerke

Nein, wir haben natürlich nicht nur gegessen. Schließlich waren wir auf einer Studienfahrt. Dazu gehört selbstverständlich Kunst, Politik und Geschichte. All das durften wir auch erleben. Passend dazu wählten wir uns drei Bauwerke aus, die all das verkörperten. Das Straßburger Münster mit seinen markanten Türmen und dem berühmten Rosettenfenster ist ein Fixpunkt der Altstadt. Seine Pracht muss man gesehen haben. Und weiß Gott, wir haben sie gesehen. Etwas außerhalb der Altstadt liegt das Parlament der europäischen Union. Einmal im Monat treffen sich dort die Europaabgeordneten zur Sitzungswoche. Bei unserem Besuch wurden wir per Audioguide mit allem Wissenswerten zum Parlament und zur Europäischen Union versorgt. Im großen Plenarsaal des Gebäudes konnte man sehr entspannt den Ausführungen lauschen und dabei so einiges dazulernen.

Dem Thema Geschichte widmeten wir uns bei der Besichtigung der Hohkönigsburg. Sie liegt im südlichen Elsass, also abseits von Straßburg. Diese Burg war im Laufe der Zeit immer abwechselnd entweder in deutscher oder in französischer Hand. Sie kann als Sinnbild für Kriege in Europa dienen, denn in Kriegszeiten wurde sie mehrfach zerstört und anschließend wiederaufgebaut und erweitert. Da sie vollständig erhalten ist, wirkte sie auf uns Besucher einfach nur unwirklich und schön.

4. Im Rausch der Geschwindigkeit

Für einen Tag führte uns unsere Reise kurzzeitig wieder zurück nach Deutschland. Unser Ziel war der Europa-Park in Rust, ein riesiger Vergnügungspark. Manche Schüler waren der Ansicht, dass zu einer Abschlussfahrt auch ein ordentlicher Rausch gehört und genau dafür gab es an diesem Ort ausreichend Gelegenheit. Aber nicht so wie man jetzt vielleicht denken könnte. Wir begaben uns in den Rausch der Geschwindigkeit. Der ‚Silver Star‘, die höchste und schnellste Achterbahn Deutschlands, kann einen in rauschartige Zustände versetzen. Wobei manch Hartgesottene(r) so eine Fahrt recht locker wegsteckte. Fünf oder sechs Fahrten hintereinander kamen durchaus vor. Ein lapidarer Kommentar dazu war dieser: „Je lauter die anderen schreien, desto besser gefällt es mir in der Achterbahn.“ Die Fahrt zurück ins Hotel verbrachten manche mit einem Dauergrinsen. Voll im Rausch eben.

5. Unterwegs mit Freunden

Das schönste an Klassenfahrten hat aber eigentlich meist nichts mit dem Ziel der Reise zu tun. So richtig unvergesslich wird das Ganze erst, wenn man seine Zeit mit Menschen verbringt, die man gerne mag. Das war garantiert auch bei unserer Studienfahrt nach Straßburg nicht anders. In Frankreich lernten sich manche von einer ganz neuen Seite kennen. So manche Freundschaft wurde dadurch noch inniger als zuvor. Auch jemand, der noch ganz neu an einer Schule ist, findet bei einer solchen Gelegenheit garantiert schnell neue Freunde. Gemeinsames Busfahren, gemeinsame Zeit im Hotel, gemeinsam Shoppen gehen, da wächst zusammen, was zusammengehört. Der Zusammenhalt unserer Abschlussschüler wurde in Straßburg auf jeden Fall größer. Das kann man von der Anzahl der in der Stadt angebotenen Fußballtrikots leider nicht behaupten. Die wurde immer kleiner, denn die Zwieseler Realschüler hatten mächtig eingekauft. Aber wer konnte ihnen das schon übelnehmen, wenn es doch dem Wohle der Gemeinschaft diente.

In Straßburg haben wir viele neue Eindrücke gewonnen und einiges dazugelernt. Eine Frage blieb jedoch bis zuletzt ungeklärt: Wie löst man in Straßburg eigentlich ein Ticket für die Straßenbahn? Aber das interessiert mittlerweile nur noch am Rande. Schön war sie, unsere Studienfahrt nach Straßburg und eines steht auf jeden Fall fest. Wir würden es wieder tun!!!

Bis zum nächsten Mal, du bezaubernde Stadt an der Ill.